Dias und Negative: Was ist der Unterschied?

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahrzehnten auch in der Fotografie zu großen Veränderungen geführt. Vor allem Digitalkameras, die vor dreißig Jahren nicht verfügbar waren, gehören heute zur Standard-Ausrüstung aller Hobby- und Profi-Fotografen. In der klassischen Fotografie ohne Digitalisierung wurde analog, auf Filmmaterial, fotografiert. Jeder Fotograf musste sich vorab für einen Dia- oder Negativfilm entscheiden und Vor- und Nachteile abwägen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Filmmaterialien werden im Folgenden aufgezeigt.

Die Eigenschaften von Negativen

Im Gegensatz zu Dias, auf denen das Motiv verkleinert abgebildet ist, geschieht beim Negativfilm die Farbwiedergabe über Komplementärfarben. Beim Negativ werden die Farben invers dargestellt, was bedeutet, dass statt der ursprünglichen Farbe genau die Farbe auf dem Negativ erscheint, die dieser im Farbkreis gegenüber liegt. Die Komplementärfarbe von Blau ist beispielsweise Gelb. Die meisten Farbnegative haben außerdem eine Orangemaske, welche Farbfehler beheben und zudem für eine originalgetreue Darstellung der Farben sorgen soll. Beim Dia ist die Farbwiedergabe genauso, wie sie beim Erstellen der Fotografie aussah.

Dichteumfang von Dias und Negativen

Man spricht beim Vergleich von Dias und Negativen oft vom Dichteumfang. Dieser beschreibt das Spektrum zwischen den hellen und dunklen Stellen der Bilder. Vor allem für Diabilder wird ein weit höherer Dichteumfang als für Negative vorausgesetzt. Der Grund dafür liegt in der Präsentationstechnik über die Projektion mit einem Dia-Projektor. Bei der Projektion müssen alle Stellen farbecht erscheinen. Bei dunklen Stellen setzt dies eine besonders starke Farbdichte voraus, damit diese auch dunkel dargestellt werden. Daher sind bei Dias auch intensivere Farben und stärkere Kontraste im Einsatz.

Unterschiedliche Einsatzzwecke

Werden Dias eingesetzt, so betrachtet man sie idealerweise über einen Dia-Projektor. Dieser kann die Dias darstellen, wie sie auf die Betrachter wirken sollen. Sie wurden für diesen Zweck erstellt. Ohne Dia-Projektor bleibt nur die Möglichkeit die Dias zu digitalisieren; auch in Hamburg findet man einige Dienstleister hierfür. Das Negativ ist im Unterschied dazu nur ein Zwischenträger für die aufgenommenen Bilder. Vom Negativ müssen für den weiteren Einsatz immer Fotoabzüge erstellt werden. Diese können in Größe und Farbdarstellung variieren. Es sind mehrere Abzüge möglich. Allerdings ist ohne das Negativ gar kein Fotoabzug möglich, und die Bilder sind verloren.

Die Belichtung macht den Unterschied

Ein Vorteil von Negativen im Vergleich zu Dias ist die Möglichkeit bei der Erstellung des Fotoabzugs auf Papier das Bildergebnis zu beeinflussen. So kann über die Korrektur der Belichtung ein verbessertes Foto erzeugt werden. Kleinere Belichtungsfehler des Fotografen können so korrigiert werden. Größere Fehler bei der Fotografie können allerdings nicht auf diese Weise kompensiert werden. Der Fotograf muss also bei einer Negativ-Fotografie fast genauso gut arbeiten wie bei der Fotografie für das Dia. Bei Letzterem sind auch keine kleineren Korrekturen mehr möglich, da es sich bei der Abbildung auf dem Dia bereits um das finale Bild handelt.

Moderne Präsentation von Dias und Bildern von Negativen

Die Vorstellung von Dias vor größeren Gruppen ist die klassische Möglichkeit diese Aufnahmen zu präsentieren. Auf einer großen Leinwand macht die Diashow auch heutzutage noch einen guten Eindruck. Bei Negativen ist dies in dieser Form natürlich nicht möglich. Die Darstellungen mit den komplementären Farben und der Orangemaske können nicht auf einer Leinwand präsentiert werden. Alternativ zur Präsentation von Papierabzügen besteht die Möglichkeit, die Negative oder Fotoabzüge zu digitalisieren. Auch Dias lassen sich digitalisieren. Dadurch ist man bei der Präsentation weder auf einen Dia-Projektor noch den Zustand der Dias angewiesen.